Hochwürdige Mitbrüder, ehrwürdige Brüder und Schwestern im Ordensstand, liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
In diesen Tagen werden wir wieder die Kartage und das hochheilige Osterfest feiern. Denken wir ein wenig über einige Geheimnisse dieser Tage und über das Heiligste Herz Jesu nach. Erkennen wir die unendliche Liebe Christi, des Erlösers, zu uns allen immer mehr.
Gründonnerstag und Einsetzung des Priestertums
Im Lukasevangelium lesen wir: „Feuer kam Ich, auf die Erde zu senden, und was will Ich anders, als dass es brenne (Lk 12, 49). So hatte Jesus gesprochen. Dem Priester hat Christus die Sorge anvertraut, das göttliche Feuer der Liebe zu unterhalten und weiterzutragen; um ihn zu dieser großen Sendung zu befähigen, öffnet Er ihm mehr als jedem anderen die Schätze seiner unversieglichen Liebe. Er vereinigt ihn aufs Innigste mit sich, indem Er ihm Anteil gibt an Seinem ewigen Priestertum. Der Priester ist mit Jesus Christus, dem Ewigen Hohepriester, auch selbst Sühne- und Opfergabe. Aus dieser besonderen Verbindung mit Christus bekommt alles Tun des Priesters unvergleichliche Würde. Dieses kostbare Geschenk Christi, das katholische Priestertum, die wahre Erneuerung dieses katholischen Priestertums, das ist auch die Hauptaufgabe unserer Priesterbruderschaft. Wir müssen immer wieder daran erinnern.
Passion Christi – die sühnende, leidende Liebe
Das Symbol des Herzens Jesu ist eine Zusammenfassung des gesamten katholischen Glaubens: Der Dreifaltige Gott der Liebe, die Menschwerdung Gottes, das Geheimnis der Sünde, die Erlösung durch das Kreuzesopfer Christi, das offene Herz Christi für uns Menschen, die Berufung zur Hingabe und zur Liebe. Das Herz Jesu ist ein Herz voller Leid, ein Herz voller Macht und ein Herz voller Liebe! Die unendliche Liebe zu uns Menschen bewog den Heiland zum Leiden. Seine Liebe ist eine Opferliebe, eine sühnende Liebe, eine leidende Liebe. Wie sehr leidet unser Heiland über so viel Lieblosigkeit, die sich heute in einem noch nie dagewesenen Glaubensabfall zeigt.
Auch in unseren einst so katholischen Ländern ist der katholische Glaube seit langer Zeit schwer bedroht. Die Liebe zum Herzen Jesu ist völlig erkaltet. Es werden zwar noch äußerlich ein paar Feiertage gehalten. Doch der Abstand vom katholischen Glauben ist allgemein sehr groß geworden. Denken wir nur an unsere Arbeitskollegen, an unsere Nachbarn, auch vielleicht an manche in unserer Familie. Wir erkennen das besonders an der Einstellung, an der Liebe zum Allerheiligsten Altarsakrament und zum Ehesakrament. Das, was vielen unserer Vorfahren heilig war, wird heute von vielen Getauften gleichgültig liegen gelassen: etwa der Katechismus, die Sonntagsmesse, die Sakramente, usw. Die Liebe zu Gott ist überall geschwunden. Es ist kalt geworden, das merken wir gerade auch zu Ostern. Das Leben hat vom Schöpfergott seine Ordnung und seine Gesetze erhalten, aber wenn wir gegen die Ordnung der Natur angehen, haben wir die Folgen zu tragen. Wenn wir gegen die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Lebens angehen, z. B. die Gesundheit schädigen, haben wir die Folgen zu tragen. Wenn wir gegen die Gesetze des Himmels sündigen, haben wir die Folgen zu tragen.
Ein immer aktuelles Wort
Beim Propheten Isaias finden wir das Wort Gottes: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ (Jes 7, 9). Damals, im 8. Jh. vor Christus, war Jerusalem in großer Kriegsgefahr. Der Prophet Jesaja sollte das Volk Israel ermutigen zum Glauben an Gott. Isaias durfte verheißen, dass durch den lebendigen und gelebten Glauben diese Not überwunden werden wird. „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ war auch eine Warnung: Wenn ihr nicht an Gott glaubt, mit eurem Leben aufrichtig glaubt, dann werdet ihr zugrunde gehen. Dieses Wort ist immer aktuell, auch für uns heute: Wenn wir nicht aufrichtig unseren Glauben leben, uns bemühen, Gottes Geboten und der Kirche treu zu sein, hat eine Gesellschaft keine Zukunft. Natürlich werden in der Gesellschaft viele menschliche Taten gesetzt, z. B. auf der Ebene der Beziehungen, auf der Ebene der Wirtschaft usw. Doch was nicht durch den Glauben auf Gott gebaut ist, hat keinen bleibenden Wert für das ewige Leben. Was wir hingegen auf dem Glauben bauen, wird vom Herrgott gesegnet, es hat Bestand, es trägt Frucht für die Ewigkeit.
Karfreitag – die höchste Liebe
Das Evangelium der Herz-Jesu-Messe führt uns jeden Herz-Jesu-Freitag zurück zum Karfreitag, zum Sterben Jesu am Kreuz. Es sind die Stunden, in denen Seine Feinde lachen und triumphieren, sie haben ihr Werk zu Ende geführt. Derjenige, der ihnen ein Dorn im Auge war, den sie nicht mehr sehen und nicht mehr hören wollten, war beseitigt. Doch die kleine Schar der Treuen unter dem Kreuz sieht das anders. Das Gegenteil der Selbstliebe ist die Gottesliebe, wie Augustinus sagt. Das Drama am Kreuz ist nicht nur ein Drama der Bosheit, des Leidens und Todes. Es ist noch viel mehr ein Drama der Liebe, der höchsten Liebe, die es gibt: die Liebe des Herzens Jesu. Das Herz Jesu am Kreuz zeigt uns das Wesen der Liebe. Im Blick auf das Kreuz erkennen wir verschiedene Dimensionen der Liebe Christi: Seine Liebe ist eine Liebe, die sich hingibt für uns, bis zum Letzten. Es ist die Liebe, die sich verletzen und verwunden lässt, die leidet. Diese hingebende und leidende Liebe ist zugleich wirkmächtig: Seine Liebe erlöst uns. Sie überwindet die Sünde, den Tod, die Mächte der Finsternis. Noch mehr: Das Herz Christi steht nun für alle Zeiten offen. Das Tor der Liebe Gottes ist geöffnet für alle, die den wahren Gott suchen und in die Liebe Gottes eintreten wollen. Mit diesen verschiedenen Dimensionen der Liebe zeigt uns das Herz Jesu das Wesen der Liebe. Das Geschehen des Karfreitags und das Herz Jesu stellen uns vor die Frage, wie es mit unserem Lieben aussieht. Welche Art der Liebe überwiegt in unseren Herzen? Manchmal plagt uns die Selbstliebe. Manchmal erfreut uns die Gottesliebe.
Die Einladung an uns
In der Kartagen will Christus uns einladen, bei Seinem Herzen und mit Seinem Herzen das wahre Lieben zu lernen, jene wahre Liebe, die Geben und Schenken kann, auch wenn wir uns dazu selbst oft überwinden müssen. Das Herz Jesu hilft uns zu lieben: dass wir fähig werden zur Bindung und Hingabe in der Ehe, den Eheleuten, jeden im Alltag, wo Verzeihung nötig ist, wo es schwierig ist. Mit der Hilfe Christi können wir den Weg der Liebe gehen. Je mehr wir auf das Herz Christi schauen, durch die heiligen Sakramente vom Herzen Christi gewandelt werden, können wir näher zu Gott kommen, können wir dazu beitragen, dass die Selbstliebe und das Böse in der Welt, in unserer Umgebung überwunden werden. Doch es gibt nur eine Chance, das zu erreichen: Die Umwandlung muss sich zuerst in unserem eigenen Herzen vollziehen.
Als echte Siegesglocken künden uns die Osterglocken die Auferstehung Christi. Wenn wir nach der Ostervigil die feierliche Auferstehungsprozession halten können, so werden wir die Osterfreude, eine Freude des endgültigen Sieges Christi, zutiefst im Herzen wieder spüren. Möge die unendliche Liebe des Herzens Jesu unsere Herzen wirklich verwandeln!
Möge die Himmelskönigin, die wir voller Freude in dieser Osterzeit besingen, uns lehren, unser Herz dem Heiligsten Herzen Jesu zu schenken, uns wahre Hingabe lehren und helfen, erlöste, liebende Menschen zu sein.
Ihnen allen ein gnadenreiches, hochheiliges Osterfest!
Mit meinem priesterlichen Segen
Jaidhof, am 1. April 2026
Hochwürdige Mitbrüder, ehrwürdige Brüder und Schwestern im Ordensstand, liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
In diesen Tagen werden wir wieder die Kartage und das hochheilige Osterfest feiern. Denken wir ein wenig über einige Geheimnisse dieser Tage und über das Heiligste Herz Jesu nach. Erkennen wir die unendliche Liebe Christi, des Erlösers, zu uns allen immer mehr.
Gründonnerstag und Einsetzung des Priestertums
Im Lukasevangelium lesen wir: „Feuer kam Ich, auf die Erde zu senden, und was will Ich anders, als dass es brenne (Lk 12, 49). So hatte Jesus gesprochen. Dem Priester hat Christus die Sorge anvertraut, das göttliche Feuer der Liebe zu unterhalten und weiterzutragen; um ihn zu dieser großen Sendung zu befähigen, öffnet Er ihm mehr als jedem anderen die Schätze seiner unversieglichen Liebe. Er vereinigt ihn aufs Innigste mit sich, indem Er ihm Anteil gibt an Seinem ewigen Priestertum. Der Priester ist mit Jesus Christus, dem Ewigen Hohepriester, auch selbst Sühne- und Opfergabe. Aus dieser besonderen Verbindung mit Christus bekommt alles Tun des Priesters unvergleichliche Würde. Dieses kostbare Geschenk Christi, das katholische Priestertum, die wahre Erneuerung dieses katholischen Priestertums, das ist auch die Hauptaufgabe unserer Priesterbruderschaft. Wir müssen immer wieder daran erinnern.
Passion Christi – die sühnende, leidende Liebe
Das Symbol des Herzens Jesu ist eine Zusammenfassung des gesamten katholischen Glaubens: Der Dreifaltige Gott der Liebe, die Menschwerdung Gottes, das Geheimnis der Sünde, die Erlösung durch das Kreuzesopfer Christi, das offene Herz Christi für uns Menschen, die Berufung zur Hingabe und zur Liebe. Das Herz Jesu ist ein Herz voller Leid, ein Herz voller Macht und ein Herz voller Liebe! Die unendliche Liebe zu uns Menschen bewog den Heiland zum Leiden. Seine Liebe ist eine Opferliebe, eine sühnende Liebe, eine leidende Liebe. Wie sehr leidet unser Heiland über so viel Lieblosigkeit, die sich heute in einem noch nie dagewesenen Glaubensabfall zeigt.
Auch in unseren einst so katholischen Ländern ist der katholische Glaube seit langer Zeit schwer bedroht. Die Liebe zum Herzen Jesu ist völlig erkaltet. Es werden zwar noch äußerlich ein paar Feiertage gehalten. Doch der Abstand vom katholischen Glauben ist allgemein sehr groß geworden. Denken wir nur an unsere Arbeitskollegen, an unsere Nachbarn, auch vielleicht an manche in unserer Familie. Wir erkennen das besonders an der Einstellung, an der Liebe zum Allerheiligsten Altarsakrament und zum Ehesakrament. Das, was vielen unserer Vorfahren heilig war, wird heute von vielen Getauften gleichgültig liegen gelassen: etwa der Katechismus, die Sonntagsmesse, die Sakramente, usw. Die Liebe zu Gott ist überall geschwunden. Es ist kalt geworden, das merken wir gerade auch zu Ostern. Das Leben hat vom Schöpfergott seine Ordnung und seine Gesetze erhalten, aber wenn wir gegen die Ordnung der Natur angehen, haben wir die Folgen zu tragen. Wenn wir gegen die Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Lebens angehen, z. B. die Gesundheit schädigen, haben wir die Folgen zu tragen. Wenn wir gegen die Gesetze des Himmels sündigen, haben wir die Folgen zu tragen.
Ein immer aktuelles Wort
Beim Propheten Isaias finden wir das Wort Gottes: „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ (Jes 7, 9). Damals, im 8. Jh. vor Christus, war Jerusalem in großer Kriegsgefahr. Der Prophet Jesaja sollte das Volk Israel ermutigen zum Glauben an Gott. Isaias durfte verheißen, dass durch den lebendigen und gelebten Glauben diese Not überwunden werden wird. „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ war auch eine Warnung: Wenn ihr nicht an Gott glaubt, mit eurem Leben aufrichtig glaubt, dann werdet ihr zugrunde gehen. Dieses Wort ist immer aktuell, auch für uns heute: Wenn wir nicht aufrichtig unseren Glauben leben, uns bemühen, Gottes Geboten und der Kirche treu zu sein, hat eine Gesellschaft keine Zukunft. Natürlich werden in der Gesellschaft viele menschliche Taten gesetzt, z. B. auf der Ebene der Beziehungen, auf der Ebene der Wirtschaft usw. Doch was nicht durch den Glauben auf Gott gebaut ist, hat keinen bleibenden Wert für das ewige Leben. Was wir hingegen auf dem Glauben bauen, wird vom Herrgott gesegnet, es hat Bestand, es trägt Frucht für die Ewigkeit.
Karfreitag – die höchste Liebe
Das Evangelium der Herz-Jesu-Messe führt uns jeden Herz-Jesu-Freitag zurück zum Karfreitag, zum Sterben Jesu am Kreuz. Es sind die Stunden, in denen Seine Feinde lachen und triumphieren, sie haben ihr Werk zu Ende geführt. Derjenige, der ihnen ein Dorn im Auge war, den sie nicht mehr sehen und nicht mehr hören wollten, war beseitigt. Doch die kleine Schar der Treuen unter dem Kreuz sieht das anders. Das Gegenteil der Selbstliebe ist die Gottesliebe, wie Augustinus sagt. Das Drama am Kreuz ist nicht nur ein Drama der Bosheit, des Leidens und Todes. Es ist noch viel mehr ein Drama der Liebe, der höchsten Liebe, die es gibt: die Liebe des Herzens Jesu. Das Herz Jesu am Kreuz zeigt uns das Wesen der Liebe. Im Blick auf das Kreuz erkennen wir verschiedene Dimensionen der Liebe Christi: Seine Liebe ist eine Liebe, die sich hingibt für uns, bis zum Letzten. Es ist die Liebe, die sich verletzen und verwunden lässt, die leidet. Diese hingebende und leidende Liebe ist zugleich wirkmächtig: Seine Liebe erlöst uns. Sie überwindet die Sünde, den Tod, die Mächte der Finsternis. Noch mehr: Das Herz Christi steht nun für alle Zeiten offen. Das Tor der Liebe Gottes ist geöffnet für alle, die den wahren Gott suchen und in die Liebe Gottes eintreten wollen. Mit diesen verschiedenen Dimensionen der Liebe zeigt uns das Herz Jesu das Wesen der Liebe. Das Geschehen des Karfreitags und das Herz Jesu stellen uns vor die Frage, wie es mit unserem Lieben aussieht. Welche Art der Liebe überwiegt in unseren Herzen? Manchmal plagt uns die Selbstliebe. Manchmal erfreut uns die Gottesliebe.
Die Einladung an uns
In der Kartagen will Christus uns einladen, bei Seinem Herzen und mit Seinem Herzen das wahre Lieben zu lernen, jene wahre Liebe, die Geben und Schenken kann, auch wenn wir uns dazu selbst oft überwinden müssen. Das Herz Jesu hilft uns zu lieben: dass wir fähig werden zur Bindung und Hingabe in der Ehe, den Eheleuten, jeden im Alltag, wo Verzeihung nötig ist, wo es schwierig ist. Mit der Hilfe Christi können wir den Weg der Liebe gehen. Je mehr wir auf das Herz Christi schauen, durch die heiligen Sakramente vom Herzen Christi gewandelt werden, können wir näher zu Gott kommen, können wir dazu beitragen, dass die Selbstliebe und das Böse in der Welt, in unserer Umgebung überwunden werden. Doch es gibt nur eine Chance, das zu erreichen: Die Umwandlung muss sich zuerst in unserem eigenen Herzen vollziehen.
Als echte Siegesglocken künden uns die Osterglocken die Auferstehung Christi. Wenn wir nach der Ostervigil die feierliche Auferstehungsprozession halten können, so werden wir die Osterfreude, eine Freude des endgültigen Sieges Christi, zutiefst im Herzen wieder spüren. Möge die unendliche Liebe des Herzens Jesu unsere Herzen wirklich verwandeln!
Möge die Himmelskönigin, die wir voller Freude in dieser Osterzeit besingen, uns lehren, unser Herz dem Heiligsten Herzen Jesu zu schenken, uns wahre Hingabe lehren und helfen, erlöste, liebende Menschen zu sein.
Ihnen allen ein gnadenreiches, hochheiliges Osterfest!
Mit meinem priesterlichen Segen
Jaidhof, am 1. April 2026