Vorwort des Distriktoberen

1    Im Jahre 2022 traten 79 Seminaristen in unsere Priesterseminare ein. Die Berufungen zum Ordensstand als Brüder oder Schwestern müssten dabei noch hinzugerechnet werden.

2    Mgr Lefebvre, Damit die Kirche fortbestehe, S 774.

3    Im Verlaufe der vergangenen 50 Jahre wurde den Generaloberen – und bereits schon Erzbischof Lefebvre – immer wieder der Vorwurf gemacht, sie würden die FSSPX verraten oder sie ließen sich über den Tisch ziehen, sie würden mit dem Vatikan einen verhängnisvollen Kompromiss schließen, der das Werk der Erneuerung der Tradition ruinieren würde etc. Bis heute ist kein solcher Kompromiss geschlossen worden, und mit dem Beistand jener, die alle Häresien überwunden hat, wird es auch, so beten wir, niemals geschehen.

4    Erscheinung vom 2. Februar 1684.

Die Mission der Piusbruderschaft
Neujahrsgedanken

Liebe Freunde und Wohltäter!

Von Herzen wünsche ich Ihnen Gottes Beistand und Segen für das Neue Jahr! In der heutigen Zeit sind wir wahrlich auf die himmlische Hilfe angewiesen wie noch nie. Diese Hilfe wird aber ganz sicher niemals ausbleiben, wenn wir aufrichtig darum bitten. Denn Gott ist der Allerbarmer, der um die Nöte und Bedürfnisse der Seinen weiß und Seine mächtige Gnade immer bereithält, um uns in den Stürmen zu schützen, in den Kämpfen zu stärken und schließlich den Sieg zu verleihen. Ein nüchterner Blick ins neue Jahr lässt uns – rein menschlich gesehen – nicht viel Gutes erwarten, da sich die weltweite Krise in allen Bereichen zuspitzt, die finsteren Mächte stets an Terrain gewinnen und bei so vielen Versagern an verantwortungsvollen Stellen kein Umschwung der Dinge zu erwarten ist …

Doch ein Christ lässt es nicht bei solchen Einschätzungen bewenden. Er muss seinen Blick kühn erheben, inspiriert vom Heiligen Geist und erleuchtet von der souveränen Wahrheit des geoffenbarten Glaubens, um von der Warte Gottes aus die gegenwärtigen Ereignisse zu beurteilen, sein Handeln zu planen und sich vor drohenden Gefahren zu wappnen.

Heillose Verwirrung der Geister

Lassen Sie mich hier von einer Gefahr sprechen, die mit jeder Krise einhergeht: Die Verwirrung! Das trifft besonders in der heutigen Zeit zu, da das kirchliche Lehramt, das den Menschen Orientierung schenken müsste, komplett versagt. Darum ist es nicht verwunderlich, wenn Gläubige, aber auch Priester die unterschiedlichsten Wege suchen und gehen. Die einen sind „aus Gehorsam“ Modernisten geworden, weil sie aufgrund eines falschen Gehorsamsbegriffs meinen, man müsse dem Papst in allen Dingen folgen. Andere versuchen, alle Neuerungen in der Kirche mit der Tradition krampfhaft zu vereinbaren und picken aus den Aussagen der Päpste und Bischöfe nur das heraus, was mit dem Glauben übereinstimmt. Andere wiederum sprechen den nachkonziliaren Päpsten alle Legitimität ab und sagen, sie seien gar keine Päpste. Nicht wenige schließlich setzen ihre ganze Hoffnung auf „himmlische Botschaften“, die Orientierung versprechen, laufen aber Gefahr, vorschnell und ungeprüft zu glauben, was kirchlich nicht anerkannt ist. Diesbezüglich besteht die Crux ja gerade darin, dass allein das (eben versagende) kirchliche Lehramt eine authentische Anerkennung göttlicher Offenbarungen geben kann. – Kann da je ein Ausweg aus dieser allumfassenden Verwirrung gefunden werden?

Gotterweckte Retter aus der Krise und exkommunizierte Heilige

Die Geschichte zeigt, dass Gott in allen Krisenzeiten immer Männer oder Frauen erweckt hat, die den jeweiligen Bedrohungen widerstanden haben und an welchen die gutgesinnten Menschen sich orientieren konnten. Im Arianismus des 4. Jahrhundert waren dies insbesondere der hl. Athanasius im Orient und der hl. Ambrosius im Westen. Im Avignoner Exil des 14. Jahrhundert rief die prophetisch-mystisch hochbegnadete hl. Katharina von Siena den Papst ins völlig verwahrloste Rom zurück, wo der Petersdom seit langem als Stallung für Viehherden missbraucht war. Im Protestantismus wurde der Jesuitenorden gegründet, der die Hauptstütze der Gegenreformation wurde. Im deutschen Sprachraum hat der hl. Petrus Canisius ganze Landstriche und viele Städte dem katholischen Glauben zurückgewonnen. All diesen heldenhaften Gestalten ist gemeinsam, dass sie für ihre gute Sache hartnäckigsten Widerstand erfuhren und nicht selten geschmäht oder gar exkommuniziert wurden. Letzteres traf beispielsweise auf den hl. Athanasius, die hl. Hildegard und die selige Mary Ward zu. Doch in der Kraft Gottes führten sie mit viel Geduld eine wahre Erneuerung und ein neues Aufblühen der Kirche herbei.

Die Mission des Erzbischof Lefebvre

Sollte Gott in der heutigen Zeit schwerster Krise für die Christenheit nicht in ähnlicher Weise Sorge tragen? Wir haben allen Grund zur Annahme, dass Gott Erzbischof Marcel Lefebvre zu einem neuen Athanasius für die heutige Zeit berufen hat. In brennender Liebe zur Kirche, die er als Missionar und Bischof in höchsten Positionen jahrzehntelang unter Beweis gestellt hat, stellte er sich tatkräftig den zerstörerischen kirchlichen Dekadenzerscheinungen der 1960er Jahre und dem Ansturm der Häresien entgegen. Überzeugt, dass nur durch eine Erneuerung des Priestertums die Kirche (und damit die Gesellschaft) aus ihrer tödlichen Krise zu neuer Blüte erwachen könne, gründete er die Priesterbruderschaft St. Pius X. Für viele, Priester und Laien, wurde er zum Leuchtturm in der Finsternis, zum Retter der überlieferten hl. Messe, des größten Schatzes der Kirche. Schmähungen schlimmster Art und Exkommunikation blieben auch ihm nicht erspart. Doch seine Bruderschaft verbreitete sich unaufhörlich in der ganzen Welt aus, wurde zur geistigen Heimat unzähliger Suchender und Vertriebener, erfreute sich Berufungen zum gottgeweihten Leben in wachsender Zahl.1 Sie blieb in den jahrzehntelangen Verfolgungen die einzige kirchliche Gemeinschaft, die den Glauben und die kirchliche Tradition stets ohne Kompromisse verteidigt und weitergeführt hat. Dabei hat sie immer eine ausgewogene kirchliche Haltung bewahrt, ohne in ein Extrem abzurutschen, was bei der Heftigkeit der Kämpfe natürlicherweise zu erwarten gewesen wäre und was man ihr auch oft „prophezeit“ hatte. Die Generaloberen haben immer die Linie bewahrt, die Mgr. Lefebvre vorgegeben hat: Einerseits mit dem Vatikan lösungsorientiert und gesprächsbereit zu sein, mit Rom nicht zu brechen2 und ins Schisma zu fallen, andererseits aber den (nach-)konziliaren Irrtümern gegenüber keinerlei Zugeständnisse zu machen.3

Heilige und Versager

Niemand behauptet, die FSSPX hätte immer alles recht gemacht und sei in allem „super“ gewesen. Alle Oberen und alle Priester haben auch ihre menschlichen Schwächen und Grenzen. Niemals gab es je eine kirchliche Gemeinschaft, die nur aus Heiligen bestand, und selbst die Heiligen hatten ihre Fehler. Ein Blick in die Geschichte lehrt uns, dass Gott selbst in ganz bedeutsamen Erneuerungsbewegungen gewaltige Versager zugelassen hat (damit keinem einfalle, sich irgendetwas einzubilden, da alle Gaben von Gott allein kommen): Der erste Generalvikar der Kapuziner trat aus dem Orden aus, der zweite wurde ausgeschlossen und der dritte fiel vom katholischen Glauben ab. Und trotzdem: Welcher Segen ging über Jahrhunderte in so vielen Ländern von diesem Orden aus, wie viele Kapuziner wurden heiliggesprochen!

U. L. Frau vom Guten Erfolg

Schließlich sei darauf hingewiesen, dass die heutige Zeit mit ihrer Krise und auch deren Überwindung von manchen seriösen und kirchlich anerkannten Prophetien ausdrücklich und detailliert vorausgesagt wurde. Ab dem Jahre 1594 beispielsweise erschien die Gottesmutter in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, einer Ordensschwester und sagte für das 20. Jahrhundert (!) das Erlöschen des Glaubens, die Verbreitung vieler Häresien und eine fast vollständige Sittenverderbnis voraus. Satan werde sich durch die Irrtümer der gottlosen Menschen der ganzen Welt bemächtigen, die schrecklichen Horden der Sekten würden die Kirche angreifen. Die Kirche werde sich verdunkeln, weil die Priester sich von ihren heiligen Pflichten abwenden und Irrwege gehen. Gott aber werde in dieser Zeit einen Prälaten (kirchlichen Vorsteher) senden, der die Gesinnungen seiner Priester wiederherstellen soll. 

„Diesen geliebten Sohn, den mein göttlicher Sohn und ich mit einer Vorzugsliebe umgeben, werden wir mit außergewöhnlichen Gnaden überhäufen, mit Herzensdemut, mit Empfänglichkeit für die göttlichen Eingebungen, mit Stärke, damit er die Rechte der Kirche zu verteidigen weiß, und mit sanftmütigem und mitfühlendem Herzen, das ihn befähigt, wie ein zweiter Christus mit Großen und Kleinen umzugehen, ohne die Unglücklichsten geringzuschätzen. Er wird mit göttlicher Milde die für den göttlichen Dienst geweihten Seelen führen, ohne ihnen das Joch des Herrn schwer zu machen. In seiner Hand hält er die Waage des Heiligtums, damit alles nach Maß und Gewicht geschehe, auf dass Gott verherrlicht werde. Die Lauheit der gottgeweihten Seelen indes wird den raschen Erfolg dieses Prälaten verhindern…“ 4

Der prüfende Blick des Historikers wird in diesem Prälaten kaum eine andere Person ausfindig machen können als Erzbischof Lefebvre, auf den der Inhalt der Prophezeiung in allem vollständig zutrifft. Wir tun gut daran, uns in der gegenwärtigen Verwirrung an den Worten und Taten dieses heiligmäßigen Bischofs zu orientieren, den schon über 400 Jahre im Voraus die göttliche Vorsehung anzukündigen sich würdigte! 

Besonders empfehlen möchte ich Ihnen, liebe Gläubige, eine neu erschienene Biographie zum Gründer der Piusbruderschaft verfasst von Bischof Tissier de Mallerais.

Möge Unsere Liebe Frau vom Guten Erfolg Ihnen stets gutes Gelingen Ihrer Unternehmungen verleihen, Sie in allen Gefahren beschützen, Ihnen Licht und Kraft erflehen, damit Sie im Neuen Jahr, dem heiligen Willen Gottes treu ergeben, eine gute Wegstrecke der himmlischen Heimat entgegeneilen können.


Mit priesterlichem Segensgruß

Vorwort des Distriktoberen
Die Mission der Piusbruderschaft

1    Im Jahre 2022 traten 79 Seminaristen in unsere Priesterseminare ein. Die Berufungen zum Ordensstand als Brüder oder Schwestern müssten dabei noch hinzugerechnet werden.

2    Mgr Lefebvre, Damit die Kirche fortbestehe, S 774.

3    Im Verlaufe der vergangenen 50 Jahre wurde den Generaloberen – und bereits schon Erzbischof Lefebvre – immer wieder der Vorwurf gemacht, sie würden die FSSPX verraten oder sie ließen sich über den Tisch ziehen, sie würden mit dem Vatikan einen verhängnisvollen Kompromiss schließen, der das Werk der Erneuerung der Tradition ruinieren würde etc. Bis heute ist kein solcher Kompromiss geschlossen worden, und mit dem Beistand jener, die alle Häresien überwunden hat, wird es auch, so beten wir, niemals geschehen.

4    Erscheinung vom 2. Februar 1684.

Neujahrsgedanken

Liebe Freunde und Wohltäter!

Von Herzen wünsche ich Ihnen Gottes Beistand und Segen für das Neue Jahr! In der heutigen Zeit sind wir wahrlich auf die himmlische Hilfe angewiesen wie noch nie. Diese Hilfe wird aber ganz sicher niemals ausbleiben, wenn wir aufrichtig darum bitten. Denn Gott ist der Allerbarmer, der um die Nöte und Bedürfnisse der Seinen weiß und Seine mächtige Gnade immer bereithält, um uns in den Stürmen zu schützen, in den Kämpfen zu stärken und schließlich den Sieg zu verleihen. Ein nüchterner Blick ins neue Jahr lässt uns – rein menschlich gesehen – nicht viel Gutes erwarten, da sich die weltweite Krise in allen Bereichen zuspitzt, die finsteren Mächte stets an Terrain gewinnen und bei so vielen Versagern an verantwortungsvollen Stellen kein Umschwung der Dinge zu erwarten ist …

Doch ein Christ lässt es nicht bei solchen Einschätzungen bewenden. Er muss seinen Blick kühn erheben, inspiriert vom Heiligen Geist und erleuchtet von der souveränen Wahrheit des geoffenbarten Glaubens, um von der Warte Gottes aus die gegenwärtigen Ereignisse zu beurteilen, sein Handeln zu planen und sich vor drohenden Gefahren zu wappnen.

Heillose Verwirrung der Geister

Lassen Sie mich hier von einer Gefahr sprechen, die mit jeder Krise einhergeht: Die Verwirrung! Das trifft besonders in der heutigen Zeit zu, da das kirchliche Lehramt, das den Menschen Orientierung schenken müsste, komplett versagt. Darum ist es nicht verwunderlich, wenn Gläubige, aber auch Priester die unterschiedlichsten Wege suchen und gehen. Die einen sind „aus Gehorsam“ Modernisten geworden, weil sie aufgrund eines falschen Gehorsamsbegriffs meinen, man müsse dem Papst in allen Dingen folgen. Andere versuchen, alle Neuerungen in der Kirche mit der Tradition krampfhaft zu vereinbaren und picken aus den Aussagen der Päpste und Bischöfe nur das heraus, was mit dem Glauben übereinstimmt. Andere wiederum sprechen den nachkonziliaren Päpsten alle Legitimität ab und sagen, sie seien gar keine Päpste. Nicht wenige schließlich setzen ihre ganze Hoffnung auf „himmlische Botschaften“, die Orientierung versprechen, laufen aber Gefahr, vorschnell und ungeprüft zu glauben, was kirchlich nicht anerkannt ist. Diesbezüglich besteht die Crux ja gerade darin, dass allein das (eben versagende) kirchliche Lehramt eine authentische Anerkennung göttlicher Offenbarungen geben kann. – Kann da je ein Ausweg aus dieser allumfassenden Verwirrung gefunden werden?

Gotterweckte Retter aus der Krise und exkommunizierte Heilige

Die Geschichte zeigt, dass Gott in allen Krisenzeiten immer Männer oder Frauen erweckt hat, die den jeweiligen Bedrohungen widerstanden haben und an welchen die gutgesinnten Menschen sich orientieren konnten. Im Arianismus des 4. Jahrhundert waren dies insbesondere der hl. Athanasius im Orient und der hl. Ambrosius im Westen. Im Avignoner Exil des 14. Jahrhundert rief die prophetisch-mystisch hochbegnadete hl. Katharina von Siena den Papst ins völlig verwahrloste Rom zurück, wo der Petersdom seit langem als Stallung für Viehherden missbraucht war. Im Protestantismus wurde der Jesuitenorden gegründet, der die Hauptstütze der Gegenreformation wurde. Im deutschen Sprachraum hat der hl. Petrus Canisius ganze Landstriche und viele Städte dem katholischen Glauben zurückgewonnen. All diesen heldenhaften Gestalten ist gemeinsam, dass sie für ihre gute Sache hartnäckigsten Widerstand erfuhren und nicht selten geschmäht oder gar exkommuniziert wurden. Letzteres traf beispielsweise auf den hl. Athanasius, die hl. Hildegard und die selige Mary Ward zu. Doch in der Kraft Gottes führten sie mit viel Geduld eine wahre Erneuerung und ein neues Aufblühen der Kirche herbei.

Die Mission des Erzbischof Lefebvre

Sollte Gott in der heutigen Zeit schwerster Krise für die Christenheit nicht in ähnlicher Weise Sorge tragen? Wir haben allen Grund zur Annahme, dass Gott Erzbischof Marcel Lefebvre zu einem neuen Athanasius für die heutige Zeit berufen hat. In brennender Liebe zur Kirche, die er als Missionar und Bischof in höchsten Positionen jahrzehntelang unter Beweis gestellt hat, stellte er sich tatkräftig den zerstörerischen kirchlichen Dekadenzerscheinungen der 1960er Jahre und dem Ansturm der Häresien entgegen. Überzeugt, dass nur durch eine Erneuerung des Priestertums die Kirche (und damit die Gesellschaft) aus ihrer tödlichen Krise zu neuer Blüte erwachen könne, gründete er die Priesterbruderschaft St. Pius X. Für viele, Priester und Laien, wurde er zum Leuchtturm in der Finsternis, zum Retter der überlieferten hl. Messe, des größten Schatzes der Kirche. Schmähungen schlimmster Art und Exkommunikation blieben auch ihm nicht erspart. Doch seine Bruderschaft verbreitete sich unaufhörlich in der ganzen Welt aus, wurde zur geistigen Heimat unzähliger Suchender und Vertriebener, erfreute sich Berufungen zum gottgeweihten Leben in wachsender Zahl.1 Sie blieb in den jahrzehntelangen Verfolgungen die einzige kirchliche Gemeinschaft, die den Glauben und die kirchliche Tradition stets ohne Kompromisse verteidigt und weitergeführt hat. Dabei hat sie immer eine ausgewogene kirchliche Haltung bewahrt, ohne in ein Extrem abzurutschen, was bei der Heftigkeit der Kämpfe natürlicherweise zu erwarten gewesen wäre und was man ihr auch oft „prophezeit“ hatte. Die Generaloberen haben immer die Linie bewahrt, die Mgr. Lefebvre vorgegeben hat: Einerseits mit dem Vatikan lösungsorientiert und gesprächsbereit zu sein, mit Rom nicht zu brechen2 und ins Schisma zu fallen, andererseits aber den (nach-)konziliaren Irrtümern gegenüber keinerlei Zugeständnisse zu machen.3

Heilige und Versager

Niemand behauptet, die FSSPX hätte immer alles recht gemacht und sei in allem „super“ gewesen. Alle Oberen und alle Priester haben auch ihre menschlichen Schwächen und Grenzen. Niemals gab es je eine kirchliche Gemeinschaft, die nur aus Heiligen bestand, und selbst die Heiligen hatten ihre Fehler. Ein Blick in die Geschichte lehrt uns, dass Gott selbst in ganz bedeutsamen Erneuerungsbewegungen gewaltige Versager zugelassen hat (damit keinem einfalle, sich irgendetwas einzubilden, da alle Gaben von Gott allein kommen): Der erste Generalvikar der Kapuziner trat aus dem Orden aus, der zweite wurde ausgeschlossen und der dritte fiel vom katholischen Glauben ab. Und trotzdem: Welcher Segen ging über Jahrhunderte in so vielen Ländern von diesem Orden aus, wie viele Kapuziner wurden heiliggesprochen!

U. L. Frau vom Guten Erfolg

Schließlich sei darauf hingewiesen, dass die heutige Zeit mit ihrer Krise und auch deren Überwindung von manchen seriösen und kirchlich anerkannten Prophetien ausdrücklich und detailliert vorausgesagt wurde. Ab dem Jahre 1594 beispielsweise erschien die Gottesmutter in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, einer Ordensschwester und sagte für das 20. Jahrhundert (!) das Erlöschen des Glaubens, die Verbreitung vieler Häresien und eine fast vollständige Sittenverderbnis voraus. Satan werde sich durch die Irrtümer der gottlosen Menschen der ganzen Welt bemächtigen, die schrecklichen Horden der Sekten würden die Kirche angreifen. Die Kirche werde sich verdunkeln, weil die Priester sich von ihren heiligen Pflichten abwenden und Irrwege gehen. Gott aber werde in dieser Zeit einen Prälaten (kirchlichen Vorsteher) senden, der die Gesinnungen seiner Priester wiederherstellen soll. 

„Diesen geliebten Sohn, den mein göttlicher Sohn und ich mit einer Vorzugsliebe umgeben, werden wir mit außergewöhnlichen Gnaden überhäufen, mit Herzensdemut, mit Empfänglichkeit für die göttlichen Eingebungen, mit Stärke, damit er die Rechte der Kirche zu verteidigen weiß, und mit sanftmütigem und mitfühlendem Herzen, das ihn befähigt, wie ein zweiter Christus mit Großen und Kleinen umzugehen, ohne die Unglücklichsten geringzuschätzen. Er wird mit göttlicher Milde die für den göttlichen Dienst geweihten Seelen führen, ohne ihnen das Joch des Herrn schwer zu machen. In seiner Hand hält er die Waage des Heiligtums, damit alles nach Maß und Gewicht geschehe, auf dass Gott verherrlicht werde. Die Lauheit der gottgeweihten Seelen indes wird den raschen Erfolg dieses Prälaten verhindern…“ 4

Der prüfende Blick des Historikers wird in diesem Prälaten kaum eine andere Person ausfindig machen können als Erzbischof Lefebvre, auf den der Inhalt der Prophezeiung in allem vollständig zutrifft. Wir tun gut daran, uns in der gegenwärtigen Verwirrung an den Worten und Taten dieses heiligmäßigen Bischofs zu orientieren, den schon über 400 Jahre im Voraus die göttliche Vorsehung anzukündigen sich würdigte! 

Besonders empfehlen möchte ich Ihnen, liebe Gläubige, eine neu erschienene Biographie zum Gründer der Piusbruderschaft verfasst von Bischof Tissier de Mallerais.

Möge Unsere Liebe Frau vom Guten Erfolg Ihnen stets gutes Gelingen Ihrer Unternehmungen verleihen, Sie in allen Gefahren beschützen, Ihnen Licht und Kraft erflehen, damit Sie im Neuen Jahr, dem heiligen Willen Gottes treu ergeben, eine gute Wegstrecke der himmlischen Heimat entgegeneilen können.


Mit priesterlichem Segensgruß

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