Hochwürdige Mitbrüder, ehrwürdige Brüder und Schwestern im Ordensstand, liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
Vor einiger Zeit bin ich wieder auf einen kostbaren Text von P. Johannes Maria Lenz (1902-1985) gestoßen, einer der guten Priesterfreunde unserer Bruderschaft der ersten Stunde. Im August 1940 wurde er in das KZ Dachau eingeliefert, dort blieb er als Gefangener bis April 1945, er erlitt Misshandlungen und Folter. Seine Erlebnisse in Dachau schrieb er, auch auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Pius XII., in einem Buch nieder: „Christus in Dachau“. P. Lenz blieb der Tridentinischen Messe immer treu, ebenso der unverkürzten Verkündigung des katholischen Glaubens. Deswegen wurde er in der chaotischen Umbruchszeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil schwer verfolgt.
Last, Leid und Kreuz
Schwer lastet das Leid auf der Menschheit. Aber im Glaubenslicht zeigt uns das Kreuz auch seine unermesslichen Herrlichkeiten. Für P. Lenz war die grausame Erfahrung im Konzentrationslager, wie er einmal sagte, mehr eine Hochschule, als sie die Jahre seiner Ausbildung und des Studiums in der Gesellschaft Jesu waren. Es wurde ihm zur Hochschule der Liebe und Nachfolge Christi. Nachfolge Christi ist immer Kreuzesnachfolge. Zwölf kostbare Edelsteine erkannte P. Lenz im Kreuz. Im Jahr 1952 schrieb er diese Gedanken in einer kleinen Broschüre nieder. Ich möchte sie Ihnen hier vollständig wiedergeben.
Zwölf Edelsteine
„Erster Edelstein: Das Kreuz ist allen Menschen im Gnadenstand ein schöner Gruß vom lieben Gott: „Ich liebe dich, ich denke an dich! Ich, dein Schöpfer und Erlöser, will dich recht sicher in den Himmel führen!“ Unendliche Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit stehen hinter allem Erdenleid.
Zweiter Edelstein: Das geduldig ertragene Kreuz wird dich recht hoch in den Himmel führen. Ein einziges: „In Gottes Namen!“ oder „Gottes Wille geschehe!“ im Leid gesprochen, kann wertvoller sein, als hundert Gebete zur Zeit des Glückes. Wollen wir einst vielfache Milliardäre im Himmel sein, so haben wir hierin das Mittel dazu.
Dritter Edelstein: Das geduldig ertragene Kreuz führt dich nach dem Tod auch recht schnell in den Himmel. Der Aufenthalt in der entsetzlichen Zwischenstation Fegefeuer wird dadurch sehr verkürzt oder fällt ganz weg. Der unendlich große Gott hat durch den Kreuzestod die Welt erlöst.
Vierter Edelstein: Solches Kreuztragen ist eine gar mächtige Fürbitte bei Gott! Klagt nicht, ihr Leidenden, dass ihr für euch und die anderen Menschen nichts tun könnt! Unermesslich Großes leistet, wer in Gottes Namen leidet oder gar, was das Höchste ist, aus freudiger Liebe zu Gott.
Fünfter Edelstein: Das Kreuz ist ein ausgezeichnetes Mittel der Verähnlichung mit Jesus, der aus unendlicher Liebe zu uns das schwerste Kreuz uns vorangetragen und mit Maria, der Mutter des Heilandes, die nach Ihm am meisten gelitten hat. Lieber Christ, Du willst doch Christi Jünger sein!
Sechster Edelstein: Das Kreuz trägt die Inschrift: „Gottes Wille!“ Unendliche Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit haben es mir auferlegt. Unser Vater im Himmel, der immer und überall unser Bestes will, vergisst kein kleines und kein großes Kreuz, das wir aus Liebe zu ihm getragen haben.
Siebenter Edelstein: Das Kreuz ist ein ausgezeichnetes Vorbeugungsmittel gegen die Sünden. Es führt uns immer näher zu Gott, und wem das Erdenleben viel Kreuz gebracht hat, der hängt nicht sehr daran. Leicht geht er, sobald Gott ihn ruft, hinüber in das ewigselige Lebensglück des Himmels.
Achter Edelstein: Das Kreuz ist ein ausgezeichnetes Mittel, zur Heiligkeit zu gelangen. Das Kreuz macht nämlich demütig, starkmütig etc. Es lehrt, viele Tugenden zu üben. Es lehrt beten. Der Mensch jedoch ist soviel wert wie sein Gebet. Alles ist erträglich dem, der beten kann.
Neunter Edelstein: Das geduldig ertragende Kreuz ist auch heilige Klugheit! Keinem Adamskind bleibt das Kreuz erspart. Wer aber am Kreuz rüttelt und flucht wie der linke Schächer, der macht sich das Kreuz viel schwerer. Er trägt es zu seiner zeitlichen und ewigen Qual.
Zehnter Edelstein: Das geduldige Kreuztragen ist auch ein großes Heldentum! Es gehört ein wahrhaft vornehmer, edler, männlicher Sinn und viel Heldentum dazu, das Kreuz so schön und geduldig zu tragen wie Jesus, Maria, die Heiligen und alle übrigen wahrhaft großen Menschen.
Elfter Edelstein: Wer weiß, wofür dies oder jenes Kreuz gut ist! Es ist das Kreuz der Vorsehung Gottes, um andere, viel schlimmere, Kreuze zu verhindern. Gott allein verteilt die Kreuze. Und Gott weiß, was er tut, bis in die letzten Folgen. „Gott ist Vater, Gott ist gut, gut ist alles, was Er tut!“
Zwölfter Edelstein: Das Kreuz trägt die Inschrift: „Kurz ist das Leid, ewig die Freude!“ Wähle! Du kannst auch kurze Zeit Freude haben und ewige Verdammnis! Menschenkind, richte dich nach Gottes Willen! Das allein ist es, was den Menschen wahrhaft groß macht. Gott dienen, ist herrschen.“
Das eigentliche Übel und Gottes ewige Weisheit
Die Sünde allein hat alles Leid gebracht. Sie ist das eigentliche Übel der Welt. Sie ist ja der Verlust Gottes im Verlust der heiligmachenden Gnade. Der Reichtum des Kreuzes besteht in ganz besonderer Weise in der Bewahrung und in der Vermehrung der heiligmachenden, göttlichen Gnade.
Der hl. Franz von Sales lehrt uns: „Gottes ewige Weisheit hat von Ewigkeit her das Kreuz ersehen, das Er dir als Sein kostbares Geschenk aus Seinem Herzen gibt. Er hat dieses Kreuz, bevor Er es dir schickte, mit Seinen allwissenden Augen betrachtet, es durchdacht mit Seinem göttlichen Verstand, es geprüft mit Seiner weisen Gerechtigkeit, mit liebendem Erbarmen, es durchwärmt und es gewogen mit Seinen beiden Händen, ob es nicht einen Millimeter zu groß und ein Milligramm zu schwer sei. Und Er hat es gesegnet mit Seinem allheiligen Namen, mit Seiner Gnade es durchsalbt und mit Seinem Troste es durchduftet, und dann noch einmal auf dich und deinen Mut geblickt, und so kommt es schließlich aus dem Himmel als ein besonderer Gruß Gottes an dich, als ein Almosen der allerbarmenden Lieber deines Gottes zu dir.“
Geistliche Übungen
Ich darf Sie wie immer einladen, in den Tagen der Fasten- und Passionszeit, die traditionellen geistlichen Übungen der Kirche persönlich auch gut zu pflegen: Kreuzweg und Ölbergandacht, einige Stunden geistlicher Einkehr, Fasten- und Abstinenz, gründliche Gewissenserforschung und eine gute Osterbeichte. Der Monat März ist dann vor allem auch der Monat des hl. Joseph, des Schutzpatrons der Kirche. Beten wir in diesen Tagen gern und oft zu ihm, besonders für die ganze Kirche und den Heiligen Vater Papst Leo XIV.
Mit meinem priesterlichen Segen!
Jaidhof, am 1. März 2026
Hochwürdige Mitbrüder, ehrwürdige Brüder und Schwestern im Ordensstand, liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!
Vor einiger Zeit bin ich wieder auf einen kostbaren Text von P. Johannes Maria Lenz (1902-1985) gestoßen, einer der guten Priesterfreunde unserer Bruderschaft der ersten Stunde. Im August 1940 wurde er in das KZ Dachau eingeliefert, dort blieb er als Gefangener bis April 1945, er erlitt Misshandlungen und Folter. Seine Erlebnisse in Dachau schrieb er, auch auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Pius XII., in einem Buch nieder: „Christus in Dachau“. P. Lenz blieb der Tridentinischen Messe immer treu, ebenso der unverkürzten Verkündigung des katholischen Glaubens. Deswegen wurde er in der chaotischen Umbruchszeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil schwer verfolgt.
Last, Leid und Kreuz
Schwer lastet das Leid auf der Menschheit. Aber im Glaubenslicht zeigt uns das Kreuz auch seine unermesslichen Herrlichkeiten. Für P. Lenz war die grausame Erfahrung im Konzentrationslager, wie er einmal sagte, mehr eine Hochschule, als sie die Jahre seiner Ausbildung und des Studiums in der Gesellschaft Jesu waren. Es wurde ihm zur Hochschule der Liebe und Nachfolge Christi. Nachfolge Christi ist immer Kreuzesnachfolge. Zwölf kostbare Edelsteine erkannte P. Lenz im Kreuz. Im Jahr 1952 schrieb er diese Gedanken in einer kleinen Broschüre nieder. Ich möchte sie Ihnen hier vollständig wiedergeben.
Zwölf Edelsteine
„Erster Edelstein: Das Kreuz ist allen Menschen im Gnadenstand ein schöner Gruß vom lieben Gott: „Ich liebe dich, ich denke an dich! Ich, dein Schöpfer und Erlöser, will dich recht sicher in den Himmel führen!“ Unendliche Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit stehen hinter allem Erdenleid.
Zweiter Edelstein: Das geduldig ertragene Kreuz wird dich recht hoch in den Himmel führen. Ein einziges: „In Gottes Namen!“ oder „Gottes Wille geschehe!“ im Leid gesprochen, kann wertvoller sein, als hundert Gebete zur Zeit des Glückes. Wollen wir einst vielfache Milliardäre im Himmel sein, so haben wir hierin das Mittel dazu.
Dritter Edelstein: Das geduldig ertragene Kreuz führt dich nach dem Tod auch recht schnell in den Himmel. Der Aufenthalt in der entsetzlichen Zwischenstation Fegefeuer wird dadurch sehr verkürzt oder fällt ganz weg. Der unendlich große Gott hat durch den Kreuzestod die Welt erlöst.
Vierter Edelstein: Solches Kreuztragen ist eine gar mächtige Fürbitte bei Gott! Klagt nicht, ihr Leidenden, dass ihr für euch und die anderen Menschen nichts tun könnt! Unermesslich Großes leistet, wer in Gottes Namen leidet oder gar, was das Höchste ist, aus freudiger Liebe zu Gott.
Fünfter Edelstein: Das Kreuz ist ein ausgezeichnetes Mittel der Verähnlichung mit Jesus, der aus unendlicher Liebe zu uns das schwerste Kreuz uns vorangetragen und mit Maria, der Mutter des Heilandes, die nach Ihm am meisten gelitten hat. Lieber Christ, Du willst doch Christi Jünger sein!
Sechster Edelstein: Das Kreuz trägt die Inschrift: „Gottes Wille!“ Unendliche Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit haben es mir auferlegt. Unser Vater im Himmel, der immer und überall unser Bestes will, vergisst kein kleines und kein großes Kreuz, das wir aus Liebe zu ihm getragen haben.
Siebenter Edelstein: Das Kreuz ist ein ausgezeichnetes Vorbeugungsmittel gegen die Sünden. Es führt uns immer näher zu Gott, und wem das Erdenleben viel Kreuz gebracht hat, der hängt nicht sehr daran. Leicht geht er, sobald Gott ihn ruft, hinüber in das ewigselige Lebensglück des Himmels.
Achter Edelstein: Das Kreuz ist ein ausgezeichnetes Mittel, zur Heiligkeit zu gelangen. Das Kreuz macht nämlich demütig, starkmütig etc. Es lehrt, viele Tugenden zu üben. Es lehrt beten. Der Mensch jedoch ist soviel wert wie sein Gebet. Alles ist erträglich dem, der beten kann.
Neunter Edelstein: Das geduldig ertragende Kreuz ist auch heilige Klugheit! Keinem Adamskind bleibt das Kreuz erspart. Wer aber am Kreuz rüttelt und flucht wie der linke Schächer, der macht sich das Kreuz viel schwerer. Er trägt es zu seiner zeitlichen und ewigen Qual.
Zehnter Edelstein: Das geduldige Kreuztragen ist auch ein großes Heldentum! Es gehört ein wahrhaft vornehmer, edler, männlicher Sinn und viel Heldentum dazu, das Kreuz so schön und geduldig zu tragen wie Jesus, Maria, die Heiligen und alle übrigen wahrhaft großen Menschen.
Elfter Edelstein: Wer weiß, wofür dies oder jenes Kreuz gut ist! Es ist das Kreuz der Vorsehung Gottes, um andere, viel schlimmere, Kreuze zu verhindern. Gott allein verteilt die Kreuze. Und Gott weiß, was er tut, bis in die letzten Folgen. „Gott ist Vater, Gott ist gut, gut ist alles, was Er tut!“
Zwölfter Edelstein: Das Kreuz trägt die Inschrift: „Kurz ist das Leid, ewig die Freude!“ Wähle! Du kannst auch kurze Zeit Freude haben und ewige Verdammnis! Menschenkind, richte dich nach Gottes Willen! Das allein ist es, was den Menschen wahrhaft groß macht. Gott dienen, ist herrschen.“
Das eigentliche Übel und Gottes ewige Weisheit
Die Sünde allein hat alles Leid gebracht. Sie ist das eigentliche Übel der Welt. Sie ist ja der Verlust Gottes im Verlust der heiligmachenden Gnade. Der Reichtum des Kreuzes besteht in ganz besonderer Weise in der Bewahrung und in der Vermehrung der heiligmachenden, göttlichen Gnade.
Der hl. Franz von Sales lehrt uns: „Gottes ewige Weisheit hat von Ewigkeit her das Kreuz ersehen, das Er dir als Sein kostbares Geschenk aus Seinem Herzen gibt. Er hat dieses Kreuz, bevor Er es dir schickte, mit Seinen allwissenden Augen betrachtet, es durchdacht mit Seinem göttlichen Verstand, es geprüft mit Seiner weisen Gerechtigkeit, mit liebendem Erbarmen, es durchwärmt und es gewogen mit Seinen beiden Händen, ob es nicht einen Millimeter zu groß und ein Milligramm zu schwer sei. Und Er hat es gesegnet mit Seinem allheiligen Namen, mit Seiner Gnade es durchsalbt und mit Seinem Troste es durchduftet, und dann noch einmal auf dich und deinen Mut geblickt, und so kommt es schließlich aus dem Himmel als ein besonderer Gruß Gottes an dich, als ein Almosen der allerbarmenden Lieber deines Gottes zu dir.“
Geistliche Übungen
Ich darf Sie wie immer einladen, in den Tagen der Fasten- und Passionszeit, die traditionellen geistlichen Übungen der Kirche persönlich auch gut zu pflegen: Kreuzweg und Ölbergandacht, einige Stunden geistlicher Einkehr, Fasten- und Abstinenz, gründliche Gewissenserforschung und eine gute Osterbeichte. Der Monat März ist dann vor allem auch der Monat des hl. Joseph, des Schutzpatrons der Kirche. Beten wir in diesen Tagen gern und oft zu ihm, besonders für die ganze Kirche und den Heiligen Vater Papst Leo XIV.
Mit meinem priesterlichen Segen!
Jaidhof, am 1. März 2026