Vorwort des Distriktoberen
Zum 800. Todestag des hl. Franz von Assisi
Von der klaren Freude der Hingabe

Hochwürdige Mitbrüder, ehrwürdige Brüder und Schwestern im Ordensstand, liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!

Am 3. Oktober 2026 begehen wir den 800. Todestag eines der allergrößten Heiligen der Kirchengeschichte, des hl. Franz von Assisi. Im Jahr 1181 oder 1182 wurde er in Assisi als Giovanni di Pietro di Bernardone geboren, er war Diakon und Ordensgründer. Am 3. Oktober 1226 verstarb er in der berühmten Portiunculakapelle unterhalb der Stadt Assisi. Knapp zwei Jahre nach seinem Tode wurde er am 16. Juli 1228 durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen.

Bald entstand die erste Lebensbeschreibung durch Thomas von Celano im Auftrag des Papstes.

Mit Fröhlichkeit und Freude zur Liebe Gottes

Der hl. Franziskus wusste von der Freude der Nachfolge Christi und diese Kenntnis gab ihm Zuversicht und Fröhlichkeit. Er lebte, wie nur wenige andere (etwa auch der hl. Philipp Neri), ganz aus dem letzten Geheimnis unseres Glaubens, der himmlischen Herrlichkeit, der kommenden Anschauung Gottes, aber auch der Herrlichkeit und Schönheit der Schöpfung, dieses gewaltigen Werkes Gottes. Er hat seinen Brüdern gesagt, dass der Herr sie gerade dazu in die Welt gesandt habe, um in „Wort und Werk für Seine Stimme Zeugnis“ abzulegen. Es ist ja gerade dies das Geheimnis des Lebens und Wirkens unseres Heiligen, dass er mit seiner ganzen Existenz bestrebt war, an Jesus Christus und seine liebende Hingabe zu erinnern. Deshalb galt es ihm auch als das wahre Apostolat aller, die seiner Lebensform zu folgen bereit waren, dass sie – in des Herrn Fußspuren wandelnd – „die Menschen mit Fröhlichkeit und Freude zur Liebe Gottes“ hinführen sollten.

Eine zentrale Botschaft aus seinem Testament

„Als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und darnach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt. Und der Herr gab mir in den Kirchen einen solchen Glauben, dass ich in Einfalt so betete und sprach: ‚Wir beten Dich an Herr Jesus Christus – in allen Deinen Kirchen, die in der ganzen Welt sind – und preisen Dich, weil Du durch Dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast’.“ Wie kein anderer hat Franziskus die Bedeutung von Armut und Loslösung für das christliche Leben erkannt, auch wenn das franziskanische Ideal nicht unbedingt für den Katholiken mitten in der Welt gilt, der keine Gelübde ablegt. Aber das Ringen um diese Tugenden ist für uns alle von großer Bedeutung. Wo haben wir unser Herz? Können wir die Ordnung der Liebe wirklich einhalten? Wenn wir über diese Fragen gründlich nachdenken, werden wir die umfassende Bedeutung von Armut und Loslösung erfassen, gerade auch im Hinblick auf das geistliche Leben, auf das innere Gebet, auf eine geläuterte Gottes- und Nächstenliebe. Ich denke, es wird uns von großem Nutzen sein, unser Gewissen zu erforschen. Diese Tugenden gilt es innerlich zu leben und äußerlich immer wieder zu üben. Wie reagieren wir etwa, wenn uns etwas Notwendiges fehlt? Wie oft beklagen wir uns und sind unzufrieden? Wie pflegen wir die Dankbarkeit für die Gaben Gottes, die wir empfangen haben? Wie gehen wir mit den materiellen Dingen um? Die Wohlstandsgesellschaft hat gerade hier zu schwersten Defiziten geführt. Die Schlampigkeit, Ungepflegtheit und Unordnung sind leider überall zu finden und wenige nehmen sie wahr, wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, die nur mehr billige, schlechte und hässliche Dinge kennt. Wie üben wir ganz praktisch im Alltag die Loslösung? Armut und Loslösung sind dann vor allem auch tief innere Haltungen, die uns zur echten Liebe führen, zur wahren Hingabe im Dienst an Gott und dem Nächsten.

Ein besonderer Patron für ein reines Leben

In seiner Enzyklika Rite expiatis vom 30. April 1926 würdigte Papst Pius XI. zum 700. Todestag des heiligen Franz von Assisi auch dessen besonderes Ringen und sein Vorbild für ein keusches und umfassend reines Leben. Der Papst unterstreicht, dass die Kirche von der „Schönheit und Reinheit der Keuschheit“ sprechen soll, die der seraphische Vater „in besonderer Weise liebte“, von jener Keuschheit von Seele und Körper, die er selbst bis zur Kasteiung seines eigenen Fleisches bewahrte und verteidigte. Wir haben bereits gesehen, dass er als junger Mann, obwohl fröhlich und modebewusst, alles Sündhafte verabscheute, selbst im Wort. Als er später die eitlen Freuden dieser Welt beiseite­ließ, begann er, die Bedürfnisse seiner Sinne mit großer Strenge zu unterdrücken. So zögerte er nicht, sich in ein Dornengestrüpp zu werfen oder mitten im tiefsten Winter in das eisige Wasser eines Baches zu tauchen, wenn er merkte, dass er von sinnlichen Gefühlen bewegt oder beeinflusst zu werden drohte. Es ist auch allgemein bekannt, dass unser Heiliger, in dem Wunsch, die Menschen zur Umkehr zu bewegen, damit sie ihr Leben den Lehren des Evangeliums anpassten, sie zu ermahnen pflegte, Gott zu lieben und zu fürchten und für ihre Sünden Buße zu tun. Darüber hinaus predigte er und lud alle durch sein eigenes Beispiel zur Buße ein. 

Pius XI. fragt: Gibt es jemanden, der nicht erkennen kann, dass all diese Tugenden aus ein und derselben Quelle göttlicher Liebe entsprangen? Er brannte stets vor göttlicher Liebe, mit festem Herzen wandelte er auf dem Weg der göttlichen Gebote und strebte eifrig danach, die höchste Vollkommenheit zu erreichen. Der hl. Bonaventura bezeugt, dass „er wie eine glühende Kohle wirkte, die vom Feuer der Liebe Gottes beseelt war“ (Legenda Maior, Kap. IX, Nr. 1). Diese Liebe zu Gott goss er in die Liebe zum Nächsten aus, und indem er sich selbst überwinden konnte, liebte er mit besonderer Zärtlichkeit die Armen und unter den Armen die Elendsten von allen, die Aussätzigen, die er als Jugendlicher so verabscheut hatte; er widmete sich selbst und seine Jünger gänzlich ihrer Fürsorge und ihrem Dienst. 

Der missionarische Geist des hl. Franziskus

Franziskus, „ein wahrhaft katholischer und apostolischer Mann“, widmete sich – ebenso bewundernswert, wie er sich um die Erneuerung der Gläubigen gekümmert hatte – persönlich der Bekehrung der Heiden zum Glauben und zum Gesetz Christi und wies auch seine Jünger an, sich vor allem anderen damit zu beschäftigen. Bewegt von dem brennenden Wunsch, das Evangelium zu verbreiten und sogar das Martyrium auf sich zu nehmen, zögerte der hl. Franz von Assisi nicht, nach Ägypten zu reisen und dort tapfer vor dem Sultan zu erscheinen. Papst Pius XI. fragt in seinem schönen Lehrschreiben: „Sind nicht auch in den Annalen der Kirche die Namen jener zahlreichen Apostel des Evangeliums, die von Anfang an, das heisst in der Blütezeit des Ordens der Minderbrüder, in Syrien und Marokko den Märtyrertod fanden, mit Worten höchster Lobpreisung verzeichnet? Im Laufe der Zeit wurde dieses Apostolat von den zahlreichen Franziskanergemeinschaften mit großem Eifer und oft unter großem Blutvergießen weiterentwickelt, denn viele von Heiden bewohnte Länder wurden ihnen auf ausdrücklichen Befehl der römischen Päpste anvertraut.“

Beten und betrachten wir den „Sonnengesang“

Erhabenster, allmächtiger,
guter Herr,

Dein sind der Lobpreis,
die Herrlichkeit

und die Ehre und jegliche
Benedeiung.

Dir allein, Erhabenster,
gebühren sie

und kein Mensch ist würdig,
Dich zu nennen.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

mit allen Deinen Geschöpfen,

zumal der Herrin, Schwester Sonne,

denn sie ist der Tag,

und spendet das Licht uns
durch sich.

Und sie ist schön und strahlend
in großem Glanz

Dein Sinnbild trägt sie,
Erhabenster.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch Bruder Mond und die Sterne,

am Himmel hast Du sie gebildet,

hell leuchtend und kostbar und schön.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken

und heiteren Himmel und
jegliches Wetter,

durch welches Du deinen
Geschöpfen den Unterhalt gibst.

 Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch Schwester Wasser,

gar nützlich ist es

und demütig und kostbar 

und keusch.

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch Bruder Feuer,

durch das Du die Nacht erleuchtest;

und es ist schön und liebenswürdig

und kraftvoll und stark.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch unsere Schwester,
Mutter Erde,

die uns ernährt und lenkt

und mannigfaltige Frucht
hervorbringt

und bunte Blumen und Kräuter.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch jene, die verzeihen um
Deiner Liebe willen

und Schwachheit ertragen
und Drangsal.

Selig jene, die solches ertragen
in Frieden,

denn von Dir, Erhabenster,
werden sie gekrönt.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch unseren Bruder, den
leiblichen Tod;

ihm kann kein Mensch
lebend entrinnen.

Wehe jenen, die in schwerer
Sünde sterben.

Selig jene, die sich in Deinem
allheiligen Willen finden,

denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid tun.

 

Lobet und preiset meinen Herrn

und erweiset ihm Dank

und dient Ihm mit großer Demut.

Rosenkranzmonat

Am Ende darf ich Sie noch an den Rosenkranzmonat Oktober erinnern und meine regelmäßige Bitte erneuern, oft den Rosenkranz zu beten, den Rosenkranz immer bei sich zu haben und ihn in die Hand zu nehmen. Verbreiten wir das Rosenkranzgebet besonders in der Familie, und im Oktober wollen wir gerne auch, wie es Wunsch der Kirche ist, im Gotteshaus gemeinsam den Rosenkranz und die Lauretanische Litanei beten, was ein ganz besonderer Segen ist. Wie viele Rosenkränze haben wir in diesem Jahr schon verschenkt? Wie oft haben wir unsere Nächsten zum Rosenkranz eingeladen?

Mit meinem priesterlichen Segen!

Jaidhof, am 1. Oktober 2026

Vorwort des Distriktoberen
Zum 800. Todestag des hl. Franz von Assisi
Von der klaren Freude der Hingabe

Hochwürdige Mitbrüder, ehrwürdige Brüder und Schwestern im Ordensstand, liebe Gläubige, Freunde und Wohltäter!

Am 3. Oktober 2026 begehen wir den 800. Todestag eines der allergrößten Heiligen der Kirchengeschichte, des hl. Franz von Assisi. Im Jahr 1181 oder 1182 wurde er in Assisi als Giovanni di Pietro di Bernardone geboren, er war Diakon und Ordensgründer. Am 3. Oktober 1226 verstarb er in der berühmten Portiunculakapelle unterhalb der Stadt Assisi. Knapp zwei Jahre nach seinem Tode wurde er am 16. Juli 1228 durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen.

Bald entstand die erste Lebensbeschreibung durch Thomas von Celano im Auftrag des Papstes.

Mit Fröhlichkeit und Freude zur Liebe Gottes

Der hl. Franziskus wusste von der Freude der Nachfolge Christi und diese Kenntnis gab ihm Zuversicht und Fröhlichkeit. Er lebte, wie nur wenige andere (etwa auch der hl. Philipp Neri), ganz aus dem letzten Geheimnis unseres Glaubens, der himmlischen Herrlichkeit, der kommenden Anschauung Gottes, aber auch der Herrlichkeit und Schönheit der Schöpfung, dieses gewaltigen Werkes Gottes. Er hat seinen Brüdern gesagt, dass der Herr sie gerade dazu in die Welt gesandt habe, um in „Wort und Werk für Seine Stimme Zeugnis“ abzulegen. Es ist ja gerade dies das Geheimnis des Lebens und Wirkens unseres Heiligen, dass er mit seiner ganzen Existenz bestrebt war, an Jesus Christus und seine liebende Hingabe zu erinnern. Deshalb galt es ihm auch als das wahre Apostolat aller, die seiner Lebensform zu folgen bereit waren, dass sie – in des Herrn Fußspuren wandelnd – „die Menschen mit Fröhlichkeit und Freude zur Liebe Gottes“ hinführen sollten.

Eine zentrale Botschaft aus seinem Testament

„Als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und darnach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt. Und der Herr gab mir in den Kirchen einen solchen Glauben, dass ich in Einfalt so betete und sprach: ‚Wir beten Dich an Herr Jesus Christus – in allen Deinen Kirchen, die in der ganzen Welt sind – und preisen Dich, weil Du durch Dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast’.“ Wie kein anderer hat Franziskus die Bedeutung von Armut und Loslösung für das christliche Leben erkannt, auch wenn das franziskanische Ideal nicht unbedingt für den Katholiken mitten in der Welt gilt, der keine Gelübde ablegt. Aber das Ringen um diese Tugenden ist für uns alle von großer Bedeutung. Wo haben wir unser Herz? Können wir die Ordnung der Liebe wirklich einhalten? Wenn wir über diese Fragen gründlich nachdenken, werden wir die umfassende Bedeutung von Armut und Loslösung erfassen, gerade auch im Hinblick auf das geistliche Leben, auf das innere Gebet, auf eine geläuterte Gottes- und Nächstenliebe. Ich denke, es wird uns von großem Nutzen sein, unser Gewissen zu erforschen. Diese Tugenden gilt es innerlich zu leben und äußerlich immer wieder zu üben. Wie reagieren wir etwa, wenn uns etwas Notwendiges fehlt? Wie oft beklagen wir uns und sind unzufrieden? Wie pflegen wir die Dankbarkeit für die Gaben Gottes, die wir empfangen haben? Wie gehen wir mit den materiellen Dingen um? Die Wohlstandsgesellschaft hat gerade hier zu schwersten Defiziten geführt. Die Schlampigkeit, Ungepflegtheit und Unordnung sind leider überall zu finden und wenige nehmen sie wahr, wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, die nur mehr billige, schlechte und hässliche Dinge kennt. Wie üben wir ganz praktisch im Alltag die Loslösung? Armut und Loslösung sind dann vor allem auch tief innere Haltungen, die uns zur echten Liebe führen, zur wahren Hingabe im Dienst an Gott und dem Nächsten.

Ein besonderer Patron für ein reines Leben

In seiner Enzyklika Rite expiatis vom 30. April 1926 würdigte Papst Pius XI. zum 700. Todestag des heiligen Franz von Assisi auch dessen besonderes Ringen und sein Vorbild für ein keusches und umfassend reines Leben. Der Papst unterstreicht, dass die Kirche von der „Schönheit und Reinheit der Keuschheit“ sprechen soll, die der seraphische Vater „in besonderer Weise liebte“, von jener Keuschheit von Seele und Körper, die er selbst bis zur Kasteiung seines eigenen Fleisches bewahrte und verteidigte. Wir haben bereits gesehen, dass er als junger Mann, obwohl fröhlich und modebewusst, alles Sündhafte verabscheute, selbst im Wort. Als er später die eitlen Freuden dieser Welt beiseite­ließ, begann er, die Bedürfnisse seiner Sinne mit großer Strenge zu unterdrücken. So zögerte er nicht, sich in ein Dornengestrüpp zu werfen oder mitten im tiefsten Winter in das eisige Wasser eines Baches zu tauchen, wenn er merkte, dass er von sinnlichen Gefühlen bewegt oder beeinflusst zu werden drohte. Es ist auch allgemein bekannt, dass unser Heiliger, in dem Wunsch, die Menschen zur Umkehr zu bewegen, damit sie ihr Leben den Lehren des Evangeliums anpassten, sie zu ermahnen pflegte, Gott zu lieben und zu fürchten und für ihre Sünden Buße zu tun. Darüber hinaus predigte er und lud alle durch sein eigenes Beispiel zur Buße ein. 

Pius XI. fragt: Gibt es jemanden, der nicht erkennen kann, dass all diese Tugenden aus ein und derselben Quelle göttlicher Liebe entsprangen? Er brannte stets vor göttlicher Liebe, mit festem Herzen wandelte er auf dem Weg der göttlichen Gebote und strebte eifrig danach, die höchste Vollkommenheit zu erreichen. Der hl. Bonaventura bezeugt, dass „er wie eine glühende Kohle wirkte, die vom Feuer der Liebe Gottes beseelt war“ (Legenda Maior, Kap. IX, Nr. 1). Diese Liebe zu Gott goss er in die Liebe zum Nächsten aus, und indem er sich selbst überwinden konnte, liebte er mit besonderer Zärtlichkeit die Armen und unter den Armen die Elendsten von allen, die Aussätzigen, die er als Jugendlicher so verabscheut hatte; er widmete sich selbst und seine Jünger gänzlich ihrer Fürsorge und ihrem Dienst. 

Der missionarische Geist des hl. Franziskus

Franziskus, „ein wahrhaft katholischer und apostolischer Mann“, widmete sich – ebenso bewundernswert, wie er sich um die Erneuerung der Gläubigen gekümmert hatte – persönlich der Bekehrung der Heiden zum Glauben und zum Gesetz Christi und wies auch seine Jünger an, sich vor allem anderen damit zu beschäftigen. Bewegt von dem brennenden Wunsch, das Evangelium zu verbreiten und sogar das Martyrium auf sich zu nehmen, zögerte der hl. Franz von Assisi nicht, nach Ägypten zu reisen und dort tapfer vor dem Sultan zu erscheinen. Papst Pius XI. fragt in seinem schönen Lehrschreiben: „Sind nicht auch in den Annalen der Kirche die Namen jener zahlreichen Apostel des Evangeliums, die von Anfang an, das heisst in der Blütezeit des Ordens der Minderbrüder, in Syrien und Marokko den Märtyrertod fanden, mit Worten höchster Lobpreisung verzeichnet? Im Laufe der Zeit wurde dieses Apostolat von den zahlreichen Franziskanergemeinschaften mit großem Eifer und oft unter großem Blutvergießen weiterentwickelt, denn viele von Heiden bewohnte Länder wurden ihnen auf ausdrücklichen Befehl der römischen Päpste anvertraut.“

Beten und betrachten wir den „Sonnengesang“

Erhabenster, allmächtiger,
guter Herr,

Dein sind der Lobpreis,
die Herrlichkeit

und die Ehre und jegliche
Benedeiung.

Dir allein, Erhabenster,
gebühren sie

und kein Mensch ist würdig,
Dich zu nennen.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

mit allen Deinen Geschöpfen,

zumal der Herrin, Schwester Sonne,

denn sie ist der Tag,

und spendet das Licht uns
durch sich.

Und sie ist schön und strahlend
in großem Glanz

Dein Sinnbild trägt sie,
Erhabenster.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch Bruder Mond und die Sterne,

am Himmel hast Du sie gebildet,

hell leuchtend und kostbar und schön.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken

und heiteren Himmel und
jegliches Wetter,

durch welches Du deinen
Geschöpfen den Unterhalt gibst.

 Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch Schwester Wasser,

gar nützlich ist es

und demütig und kostbar 

und keusch.

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch Bruder Feuer,

durch das Du die Nacht erleuchtest;

und es ist schön und liebenswürdig

und kraftvoll und stark.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch unsere Schwester,
Mutter Erde,

die uns ernährt und lenkt

und mannigfaltige Frucht
hervorbringt

und bunte Blumen und Kräuter.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch jene, die verzeihen um
Deiner Liebe willen

und Schwachheit ertragen
und Drangsal.

Selig jene, die solches ertragen
in Frieden,

denn von Dir, Erhabenster,
werden sie gekrönt.

 

Gepriesen seist Du, mein Herr,

durch unseren Bruder, den
leiblichen Tod;

ihm kann kein Mensch
lebend entrinnen.

Wehe jenen, die in schwerer
Sünde sterben.

Selig jene, die sich in Deinem
allheiligen Willen finden,

denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid tun.

 

Lobet und preiset meinen Herrn

und erweiset ihm Dank

und dient Ihm mit großer Demut.

Rosenkranzmonat

Am Ende darf ich Sie noch an den Rosenkranzmonat Oktober erinnern und meine regelmäßige Bitte erneuern, oft den Rosenkranz zu beten, den Rosenkranz immer bei sich zu haben und ihn in die Hand zu nehmen. Verbreiten wir das Rosenkranzgebet besonders in der Familie, und im Oktober wollen wir gerne auch, wie es Wunsch der Kirche ist, im Gotteshaus gemeinsam den Rosenkranz und die Lauretanische Litanei beten, was ein ganz besonderer Segen ist. Wie viele Rosenkränze haben wir in diesem Jahr schon verschenkt? Wie oft haben wir unsere Nächsten zum Rosenkranz eingeladen?

Mit meinem priesterlichen Segen!

Jaidhof, am 1. Oktober 2026

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